© Schullandheim Königskrug, Harz, 51°44’29.85’’ N / 10°34’54.27’’ O, 750m ü.NN. Herbert Balke Lehrer an der Knabenmittelschule “Augustplatz”  Im Januar 1948 fährt HERBERT BALKE mit einer Schulklasse der Knabenmittelschule "Augustplatz" für 2 Wochen in den Harz. Es sollte ein Skiaufenthalt im Haus "Waldpark" werden, doch die Versorgung mit Heizmaterial wurde zu einer schweren Aufgabe. Schon für Lebensmittel brauchte man damals gute Verbindungen und/oder Lebensmittelkarten - Holz als Heizmaterial war knapp - sogar im Wald. Die Entlohnung für die geleistete Waldarbeit wurde in Brennholz erbracht und stellte eine Grundlage für weitere Aufenthalte dar. So reifte der Entschluss, ein eigenes Haus zu errichten. Die Unterstützung durch die Eltern war leichter, als die durch das Kollegium, doch Herbert Balke glaubte an das Gelingen seines Planes. Unterstützung bekam das Ganze durch die Begeisterung, mit der die Kinder bei der Waldarbeit waren. Der damalige Forstmeister berichtete der Schulleitung nur Gutes und bedankte sich mehrfach für die Mitarbeit bei der Wiederherstellung der durch den Krieg arg gelittenen Wälder. Gründung eines Schulvereins  Neben der Arbeit kamen auch Sport, Spiel und erzieherische Dinge gut bei den Kindern an. Schon am 21. Mai 1948 wurde der Platz des heutigen Schullandheimes für die Aufstellung eines ersten Behelfsbaues (15 x 5 Meter) vermessen. Schüler, Lehrer und Eltern halfen bei den Bauarbeiten mit, selbst unter schwierigen Witterungsbedingungen, von denen berichtet wird. Im Winter 1948/1949 war es bereits möglich, sich im Schein einer Stalllaterne eine Hüttengemütlichkeit vorzustellen. Um den Erhalt des Projektes zu zementieren, wurde am 01. September 1948 ein Schulverein and der "Knabenmittelschule Augustplatz" gegründet. Ein Konferenzprotokoll vom 21. Juni 1948 enthält auch Hinweise auf die Währungsreform und deren finanzielle Auswirkungen auf den geplanten Harzheimbau. der Hausbau  Im Harz grub man Kabelgräben zur nahen Gaststätte in Königskrug und in Braunschweig wurden Trümmersteine für das feste Bauwerk gesammelt und mit LKWs in beschwerlicher Fahrt über Bad Harzburg und Radau über die Torfhaushöhe gefahren. Selbst auf den Rückfahrten gab es technische Pannen, die eine solche Fahrt zur Tagesaufgabe machten. Die Stadt Braunlage unterstützte das Vorhaben des Hausbaus zwar durch die Zuteilung von Lebensmittelmarken, aber Wasser- und Lichtleitung überstiegen die verfügbaren Finanzmittel. Kriegsreste  Auch Flüchtlinge, Munitionsreste und abgeschossene Panzer behinderten die Bauarbeiten in der Anfangszeit immer wieder. Dennoch wurde in den Pfingstferien 1950 die Baugrube für das große Haus ausgehoben. Aus ca. 88.000 Trümmersteinen und mit viel Fleiß wurde ein Haus errichtet, welches am 10. Juni 1950 einen Grundstein erhielt. In dieser Zeit wurden viele Wochenenden harter Arbeit investiert, um die bereits bestehenden Schulden nicht noch zu vergrößern. die ersten Winter im Harz Die Winter der damaligen Zeit brachten auch viel Schnee mit sich, der die Fahrten von Braunschweig nach Königskrug für viele Eltern zusätzlich erschwerte. 1953 konnten bereits 2 Klassen gleichzeitig untergebracht werden und die - bis dahin genutzte - Baracke wurde abgebaut. Erweiterung um Haus II Neben dem Grundstück des Schullandheims befand sich die Skihütte des Göttinger Turn- und Sportklubs. Der Verein konnte den Erhalt des Hauses über die Währungsreform nicht gewährleisten und das Gebäude verfiel. 1955 konnte es - mitsamt Grundstück - hinzu gekauft werden. Durch das handwerkliche Geschick und die langjährige Übung wurde auch dieses Gebäude hergerichtet. Versorgungsproblematiken 1957 zeigte sich, dass die Wasserversorgung noch nicht ausreichte. Das notwendige Trinkwasser des trockenen Sommers musste die Feuerwehr Braunlage liefern. Ein Brunnen (1959), der auf 32 Meter gebohrt wurde, lieferte noch bis 1972 sauberes Trinkwasser. Erst nach der Eingemeindung von Königskrug nach Braunlage musste sich das Schullandheim an die öffentliche Wasserversorgung von Braunlage anschließen. Vertraglich musste sich das Schullandheim 1958 verpflichten, keine Speisen und Getränke an Reisende zu verkaufen, sondern ausschließlich schulische Zwecke zu verfolgen. Schon immer war es schwer, die notwendigen finanziellen Mittel für den Betrieb des Hauses zu erwirtschaften. Veränderungen - Erweiterungen 1965 waren erneut Bauarbeiten notwendig, denn die ehemalige "Göttinger Hütte" sollte als Erweiterung des Schullandheimes nutzbar gemacht werden. 1966 konnten nicht nur schwarze Zahlen in der Vereinskasse notiert werden, sondern auch die Bettenzahl mit 100. Mitte September 1966 wurde "Haus II" feierlich eröffnet. Herbert Balke wurde 1965 zum Schulleiter der Realschule Pestalozzistraße, später Maschstraße berufen. Auf Wunsch des Schulvereins und der Kollegen der Realschule John-F.-Kennedy-Platz (früher Augustplatz) blieb er dem Schullandheim als Heimleiter treu. neue Trägerschaft - alte Verbundenheiten Um eine gemeinsame Trägerschaft zu errichten, gründete auch die RS Maschstraße einen Schulverein. 1970 beschlossen beide Trägervereine, das Schullandheim zu modernisieren. Hier zeigten sich die Mängel der Baukonstruktion von 1950, die seinerzeit aus der Not heraus entstanden und nun viel Geld für eine Nachbesserung verschlangen. Beide Schulvereine feierten am 30. Juni 1973 das 25jährige Bestehen des Schullandheimes mit ca. 150 Gästen im Harz. Zur 30-Jahrfeier des Schulvereins der John-F.-Kennedy-Schule im Jahr 1978 wurde der große Freizeitraum eingeweiht. Im Jahr 1994 beging die HvF "vierzig Jahre Skiwoche der HvF". Bis heute ist diese Schule immer wieder gern gesehener Gast in unserem Schullandheim. Auch eine Gruppe "Ehemaliger" hat uns seit nunmehr 60 Jahren nicht vergessen und kehrt jedes Jahr wieder gern bei uns ein. das neue Jahrtausend Zum wirtschaftlichen Erhalt des Hauses wurde die Verwaltung im Februar 2010 in die Hände der neu gegründeten SCHULLANDHEIM KÖNIGSKRUG gGmbH übergeben. Beide Schulvereine werden mehrheitliche Gesellschafter. Zum Jahresende 2010 begann eine große Welle an Modernisierungs- und Renovierungsarbeiten, damit wir zur inhaltlichen Qualität auch das Äußere entsprechend vorzeigen können. Als gemeinnütziges Haus verwenden wir dazu jede Art von finanzieller Zuwendung, die uns erreicht. Wir sind das zweitgrößte Schullandheim in Deutschland und haben noch viel vor. Besuchen Sie uns und überzeugen Sie sich. Anfangsseite Bilder / Übersichten wichtige Informationen